"Der ganze Lohn gebührt den Spielern"

Er kam, sah und hauchte den Innsbrucker Haien ein neues Erfolgsgen ein. Rob Pallin formte aus dem einstigen Tabellennachzügler ein Team mit Charakter und führte die Tiroler nach acht Jahren zur direkten Playoff-Qualifikation. Der US-Amerikaner  genießt bei Fans, Medien und Spielern ein hohes Ansehen. Sein Rezept ist einfach. Begegne den Spielern mit Respekt dann „gehen sie für dich durch die Wand“.
Im Interview lässt der 50-Jährige nun die Saison noch einmal Revue passieren, gibt einen Ausblick und gibt einen Einblick in die derzeitigen Vertragsverhandlungen.



Rob, das Saisonende ist nun gut eine Woche her, hast du das Ausscheiden bereits verdaut?

"So richtig noch nicht. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Ich glaube wir sind im Playoff gegen das beste Team der Liga ausgeschieden und dennoch ein bisschen unter dem Wert verkauft worden. Der ein oder andere Sieg wäre schon möglich gewesen.“

Und dennoch, die Saison kann nur als Erfolg gewertet werden oder?

"Ja schon. Platz fünf hätte uns vor der Saison keiner zugetraut. Wir haben den Fans schnelles und attraktives Eishockey gezeigt und haben alleine Salzburg dreimal besiegt. Wir haben uns bei den Siegen um knapp 50 Prozent gesteigert. Und dennoch haben wir auch Tiefen durchschritten, doch das Team hat sehr viel Charakter, ich bin stolz auf die Jungs."

Ein großes Kompliment auch an unsere Fans. Es war überwältigend. Es sind im Lauf der Saison immer mehr geworden. Die Unterstützung hat uns und der Mannschaft sehr geholfen. Ein großes Danke dafür."


Du hast vor der Saison viel von Einstellung und Kulturveränderung gesprochen. Du hast den Haien ein ganz anderes Gesicht verpasst.

"Es hat  alles mit dem ersten Meeting Anfang August begonnen. Ich wollte eine neue Kultur in das Team, in den ganzen Verein bringen. Es geht nicht um mich, es geht nicht um die Coaches, es geht auch nicht um den Vorstand. Es geht alleine um die Spieler und dass man ihnen den Respekt entgegenbringt den sie verdienen. Sie bekommen den alleinigen „Credit“ für diesen Erfolg.

Aber ich möchte an dieser Stelle auch dem Verein ein Lob aussprechen, es hat sich in dieser Saison viel verändert, viel Positives. Doch wir befinden uns in einem Prozess und müssen die Strukturen gemeinsam weiter verbessern.  Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber ich bin Willens und guter Dinge, dass wir gemeinsam den nächsten Schritt machen. Die ganze Organisation muss weiter hart arbeiten.“

 

Hat sich das Image der Haie auch nach Außen verbessert?

"Absolut. Spieler, Agenten und Experten haben natürlich vernommen, dass sich hier viel getan hat. Ich habe derzeit unglaublich viele Anfragen von Spielern die gerne nach Innsbruck kommen und ein Teil dieses Team sein wollen. Das ist eine gute Basis.

Wir wollen uns nun wieder Ziele für die neue Saison setzen und den nächsten Schritt unternehmen. Wir sind alle richtig hungrig.“


Es hat sich alleine in dieser Woche viel getan. Bereits fünf (Import)Spieler wurden verlängert. Wie wichtig ist es diese Spieler zu halten?

"Natürlich sehr, sehr wichtig. Wir wollen versuchen so viele wie möglich in Innsbrucker zu verlängern. Doch das wird nur schwer gelingen. So ist aber das Geschäft. Wir sind kein Team mit einem endlosen Budget. Wir hatten fünf Spieler mit über 20 Toren, das ist ein Wahnsinn.

Mit Clark, Bishop, Stach, Sedivy und Lindner haben wir aber bereits wichtige Stützen verlängert. Nun arbeiten wir an weiteren Leistungsträgern wie Tyler Spurgeon und Austin Smith. Hier sind wir schon auf einem guten Weg.“

Ich möchte an dieser Stelle aber auch Mario Huber ein großes Dankeschön geben. Er wird den Verein verlassen, das tut uns allen natürlich weh. Das tut mir sehr weh. Aber Mario ist ein Spieler mit viel Talent und noch größerer Einstellung. Mario ist ein toller Mensch der nur das Beste verdient hat. Ich wünsche ihm viel Glück für seine nächste Herausforderung. Er wird sie meistern, da bin ich mir sicher." 

Das sind gute aber auch weniger gute Nachrichten. Wie soll das Team generell im kommenden Jahr aussehen?

"Wir werden sicher Spieler verlieren, dafür andere bekommen. Die Philosophie soll aber die Selbe bleiben, Schnell, aggressiv und offensiv. Wir wollen unsere Fans weiter begeistern.Ich werde für den ein oder anderen Spieler adäquaten Ersatz finden, keine Sorge.

Hast du schon neue Spieler im Auge?


"Natürlich hört man sich um. Es gibt viele interessante Optionen. Im letzten Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt lediglich einen Spieler unter Vertrag, 2017 deren fünf. Mir ist aber wichtig, dass ich Spieler verpflichte, die ich kenne.  Schauen wir uns die vergangene Saison an. Ich kenne Bishop seit 2004, Lamoureux seit seiner Junior-Zeit. Das ist meine Philosophie, ich hole keinen Crack den ich nicht gut kenne."


Was wünschst du dir für die kommenden Wochen und Monate?

"Ich wünsche wir, dass wir weiter gemeinsam unseren Weg gehen und uns auf allen Ebenen weiter verbessern. Innsbruck soll wieder eine Hockeystadt werden, das ist mein Ziel. Dafür müssen wir von unten bis oben professionell arbeiten. Aber noch einmal wir gehen in die richtige Richtung.“


Haie laden zur Weihnachtsfeier!
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